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Geschäfte machen auf den Philippinen

Es wäre einfach zu schön, wenn man einfach auf die Philippinen auswandern könnte und dort ein kleines Geschäft eröffnet, von dem man dann lebt.
Leider leben wir hier aber auf den Philippinen und nicht in Deutschland oder sonstwo in Europa, wo man einfach auf's Gewerbeamt gehen kann, sich einen Gewerbeschein holt und fertig ist die eigene, kleine Firma.

Als alleinstehender Ausländer ist es auf den Philippinen fast unmöglich ein eigenes Geschäft, gleich welcher Art, auf seinen eigen Namen zu betreiben. Alle Ausländer, die ich kenne und die hier ein Geschäft betreiben, tun dies entweder auf den Namen ihrer philippinischen Ehefrau oder auf den Namen einer "loyalen Sekretärin". Das heißt, man läßt irgendwelche Miet- oder Pachtverträge für ein Gebäude oder Land grundsätzlich auf den eigenen Namen laufen und die Geschäftslizens läuft auf einen Filipino. Selber offiziell arbeiten ist bei dieser Variante nicht möglich. Man kann aber still im Hintergrund sitzen und die Fäden ziehen.

Bei fast allen kleinen Familiengeschäften, wo Ausländer involviert sind, läuft das so (kleine Läden, Restaurants, Tauchschulen, Internetcafes, kleine Beach Resorts usw.
Eine andere, offizielle Geschäftvariante über die Gründung einer richtigen Firma mit mind. 51% Anteilen in philippinischer Hand, wird eher selten angewendet.


Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich Ausländern grundsätzlich davon abrate, auf den Philippinen irgendein Geschäft zu betreiben. Das geht zu ca. 95% in die Hose und man fährt nach einigen Monaten mit leeren Händen und frustriert wieder zurück nach Deutschland oder wo man sonst hergekommen ist.

Vielmehr sollte man sich mal überlegen und ausrechnen, wie lange man mit dem investierten Geld auf den Philippinen in Saus und Braus- und vor allem ohne Kopfschmerzen leben könnte, wenn man es eben nicht in irgendein fragwürdiges Geschäft investiert.

Auf den Punkt gebracht, sind die häufigsten Fehler, die von Ausländern beim Geschäfte machen auf den Philippinen gemacht werden, unter anderem die folgenden:

Man weiß nicht genau was für ein Geschäft man betreiben möchte und hört auf den gutgemeinten Ratschlag der philippinischen Famile: "Das läuft bestimmt gut" oder "da kann man viel Geld mit verdienen". Man sollte sich damit abfinden, daß die meisten Filipinos eine etwas andere Vorstellung von "viel Geld" haben als wir. Einfach mal das geplante Geschäft mit nackten Zahlen durchrechnen und man kommt zu einem ganz andern Schluß. Gerne empfiehlt man Familenmitgliedern auch, doch ein Restaurant aufzumachen, weil man da ja dann "umsonst Essen und Trinken" kann".


Man investiert in ein Familienmitglied, zum Beispiel in den Bruder der Ehefrau und richtet ihm eine kleine Autowerkstatt ein, weil er angeblich Automechaniker ist. Wie diese Investition einmal zurückfließen soll, so das man selber davon leben kann, darüber wird nicht gesprochen. Außerdem sollte man die Fachkenntnisse des Bruders mal etwas näher beleuchten. Oft bezeichnen die sich nämlich schon als Automechaniker, wenn sie mal erfolgreich einen Ölwechsel gemacht haben.


Man eröffnet ein Geschäft, das typischerweise von Einheimischen betrieben wird, zum Beispiel ein Taxiunternehmen, einen Bootsbetrieb, eine Jeepneyflotte, Trycycle, Leichenbestatter, Internetcafe, Friseur oder ein Sari Sari Store. Abgesehen davon, daß man sich damit den Neid und die Mißgunst der Filipinos aufhalst, hapert es dann meistens noch an der Vergabe der nötigen Lizensen.


Man eröffnet ein Geschäft, wo man von der Materie überhaupt keine Ahnung hat und ist in Sachen Reparatur, Pflege und Wartung von technischem Gerät auf die Einheimischen angewiesen. Das treibt einen nämlich über kurz oder lang in den Wahnsinn... und in die Pleite.


So, wenn man alle diese Punkte beachtet, rechnen kann und dann immer noch eine Geschäftsidee übrig bleibt, kann man es vielleicht versuchen.

Erfolgreich ist man vielleicht auch, wenn man versucht sein Geld mit anderen Ausländern, entweder Expats oder Touristen, zu verdienen. Das kann man, indem man zum Beispiel deutsches Brot backt, deutsche Fleisch und Wurstspezialitäten herstellen kann oder ein Beach Resort, ein kleines Hotel oder eine Tauchschule eröffnet.
Alles Geschäfte, mit denen man den Einheimischen keine direkte Konkurrenz bietet. Wenn doch, etwa mit einer Tauchschule an einem Strand, wo es schon ein paar andere (philippinische) Tauschschulen gibt, Finger weg!