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Ärztliche Versorgung auf den Philippinen

Ich werde immer wieder gefragt, wie denn die ärztliche Versorgung auf den Philippinen ist. Viele Ausländer machen sorgar ihren Standort auf den Philippinen davon abhängig, ob denn ein gutes Krankenhaus in der Nähe ist, oder nicht.

Dazu sei folgendes gesagt: Grundsätzlich gibt es niedergelassene Ärzte in fast jedem größeren Ort auf den Philippinen. Oft haben diese Ärzte eine Doppelbeschäftigung und betreiben ihre Praxis nur nebenbei, während sie hauptsächlich in einem Krankenhaus arbeiten. Das sieht man dann häufig an den Sprechstunden, die vielleicht nur zwei bis drei mal die Woche oder nur während der Mittagspause oder in den Abendstunden stattfinden. Man kann auch sagen, dass diese Ärzte grundsätzlich etwas mehr Zeit für ihre Patienten haben, als es in Deutschland manchmal der Fall ist. Ich würde sagen, dass diese niedergelassenen Ärzte ganz OK sind für die üblichen, kleinen Wehwehchen, mit denen man auch in Deutschland zu seinem Hausazt geht.

Für größere Sachen, Operationen und Spezialbehandlungen bedarf es natürlich eines richtigen Krankenhauses. Die gibt es wiederum hauptsächlich in den Städten, wobei man in die wirklich größeren Städte (Manila, Cebu, Cagayan de Oro) muß, um ein wirklich gutes Krankenhaus zu finden.

Ich lebe zum Beispiel auf der Insel Bohol, im Süden der Philippinen, in der tiefsten Provinz. Es sind 3 km bis zum nächst größeren Ort, wo es ein ein paar niedergelassese Ärzte, eine Gesundheitsstation mit Arzt (staatliche Stelle) und ein Notfallhospital gibt. Das nächste richtige Krankenhaus gibt es dann in Tagbilaran (25 km) und um etwa in das nächste Super Krankenhaus zu kommen, müßte ich auf die Nachbarinsel Cebu, etwa zum Cebu Doctors oder Chong Hua Hospital. Beides bekannte und gute Krankenhäuser.

Der Besuch beim Hausarzt oder in den kleinen Krankenhäusern, ist preislich durchaus überschaubar und man kann die Behandlungsgebühren leicht aus der Portokasse bezahlen. In den größeren Krankenhäusern sieht es etwas anders aus. Da verlangt man oft schon eine Art Eintrittsgebühr von rund 500 €, bevor man überhaupt aufgenommen wird. Ohne Aussicht auf entsprechende Bezahlung bewegen sich die Ärzte in den Krankenhäusern erst gar nicht. Eine Behandlungspflicht wie in Deutschland, scheint es auf den Philippinen nicht zu geben.

Auf den Philippinen ist immer das Beste, wenn man gar nicht zum Arzt muß. Wenn man nun schon vor dem Aufenthalt auf den Philippinen weiß, das man alle paar Tage oder Wochen mal in ein Krankenhaus muß um irgend eine Behandlung oder Therapie durchführen zu lassen und seinen Aufenthaltsort von einem entsprechenden Krankenhaus abhängig machen will, dann würde ich fast dazu raten, in Deutschland zu bleiben und maximal für einen Urlaub auf die Philippinen zu fliegen. Zumal es auch schwierig sein wird, eine Versicherung zu finden, die im Ausland chronische Leiden finanziert. Da gibt es wohl kaum etwas besseres, als das deutsche Gesundheitssystem.

Für mich persönlich habe ich mir folgende Verfahrensweise ausgedacht:
Mit kleineren Sachen, wie Enzündungen, Bauchschmerzen, Fieber, etc. gehe ich erstmal zum nächsten Arzt und lasse ihn eine Diagnose stellen. Oft kann man solche Sachen ja mit ein paar einfachen Tabletten oder Antibiotika, wirksam bekämpfen.
Sollte ich einen Unfall haben oder plötzliche, heftige Schmerzen bekommen, bleibt mit nichts anderes übrig, als in nächste Krankenhaus in die Stadt zu fahren. Bei größeren Sachen würde ich Wert darauf legen, nach Cebu, in eines der oben genannten Krankenhäuser verlegt zu werden, nachdem man mich notdürftig zusammen geflickt- und transportfähig gemacht hat.
Sollte sich hingegen eine größere Krankheit langsam anbahnen, würde ich rechtzeitig nach Deutschland zurück fliegen und micht dort behandeln lassen. Zu diesem Zweck behalte ich auch einen Wohnsitz in Deutschland und eine Anwartschaft auf die gesetzliche Krankenkasse. Derartige Verfahrensweisen und Notfallpläne muß aber jeder für sich selbst erstellen und für sich selbst entscheiden.