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Naturkatastrophen auf den Philippinen

Das die Philippinen auf einem Pulverfass, dem "Ring of Fire" sitzen, wissen wir alle, die wir auf den Philippinen leben. Trotzdem glauben wir, die Gefahr einigermaßen einschätzen zu können, um bei drohender Gefahr das Weite zu suchen oder entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Außerdem bebt die Erde ja immer wo anders, brechen Vulkane immer wo anders aus und die 10 bis 20 Taifune, die jedes Jahr über die Philippinen fegen, sollen gefälligst eine andere Route nehmen.

So oder so ähnlich denken wohl viele und so habe ich auch gedacht, bis zum jenem denkwürdigen Dienstag, dem 15.10.2013 um 8:12 Uhr, als auf "unserer Insel" Bohol die Erde bebte und in nur 10 bis 15 Sekunden alles zunichte machte, was man in rund 11 Jahren zuvor aufgebaut und per Balik Bayan Box auf die Philippinen geschafft hatte.
Unser Haus stand nur ca. 10 km vom Epizentrum des Bebens entfernt und wir bekamen quasi die volle Ladung ab. Das Haus hat das Beben sogar noch überstanden aber es ist zu gefährlich geworden, darin zu wohnen. Wäre es ein einstöckiges Gebäude gewesen, vielleicht aber bei 2 Etagen ist mir das Risiko zu groß, bei einem erneuten Beben unter den Trümmern begraben zu werden.

Die Kirche von Loon nach dem Erdbeben auf Bohol Philippinen am 15.13.2014
Die Kirche von Loon, Bohol Philippinen nach dem großen Erdbeben am 15.10.2013

In unserer Gegend auf Bohol ist so ca. jedes 2. Haus zerstört oder zumindest stark beschädigt, Brücken sind eingestürzt und haben uns, zumindest für den Lastverkehr, von der Außenwelt abgeschnitten.
Nach dem Beben haben wir noch eine Nacht im Freien verbracht und sind bereits am nächsten Tag in Richtung Thailand geflüchtet.

Das war ein Jahrhundertereigniss, sollte man meinen aber nur rund 3 Wochen später erreichte Taifun Haiyan, mit Windgeschwindigkeiten von über 300 km/h die Philippinen und machte auf Leyte und im nördlichen Teil von Cebu so ziemlich alles platt, was sich ihm in den Weg stellte.
Wieder verloren hunderttausende ihr ganzes Hab und Gut und auch viele Auswanderer das, was sie in mühevoller Arbeit und mit ihrem Ersparten, aufgebaut hatten. Als ich diese Zeilen schreibe, ist außerdem bereits von über 4000 Toten die Rede und zigtausende werden noch vermisst.

Wenn man sich also für die Philippinen als Auswanderungsland entscheidet, sollte man solche Naturkatastrophen bei der Planung nicht außer acht lassen. Sie sind auf den Philippinen allgegenwärtig.

Vor der Insel Leyte hatte ich schon an anderer Stelle gewarnt, da hier so ziemlich jeder einzelne Taifun, der vom Pazifik her anrollt, seinen Landgang macht. Heftige Regenfälle und gewaltige Erdrutsche, oft mit hunderten Toten, waren dort schon in der Vergangenheit die Folge.

Auch Vulkane sind auf den Philippinen überall zu finden. Viele davon werden immer noch als aktiv eingestuft und könnten theoretisch auch irgendwann mal ausbrechen. Zum Glück kündigen sich Vulkanausbrüche meistens vorher an (aber nicht immer), so das man vielleicht noch rechtzeitig verschwinden kann. Der letzte große Vulkanausbruch auf den Philippinen war der des Mount Pinatubo auf Luzon, im Jahre 1991. Trotz vorheriger Ankündigung starben dabei immer noch über 800 Menschen. Vor diesem Ausbruch hatte der Vulkan über 500 Jahre geschlafen.

Erdbeben kündigen sich nicht vorher an. Sie sind plötzlich da, dauern nur wenige Sekunden und können in dieser kurzen Zeit die gesammte Lebensplanung über den Haufen werfen. Man kann nur dahingehend planen, das man sich ein nach Möglichkeit erdbebensicheres Haus baut, mit nur einem Erdgeschoss und ohne weitere schwere Aufbauten, die bei einem Beben über einem zusammen brechen könnten.

In der Nacht im Freien, nach dem großen Beben, habe ich mir so meine Gedanken über ein erdbebensicheres Haus gemacht. Dabei kam ich zu dem Schluß, das eigentlich ein großes Wohnmobil die beste Lösung wäre. Die sind dafür gebaut, auch mal über eine schlechte Straße oder größere Unebenheiten zu rumpeln, ohne sich zu verziehen oder auseinander zu brechen. Wenn eine Gegend durch ein Erdbeben verwüstet wird, kann man sich reinsetzen und einfach woanders hin fahren. Schade, das es sowas auf den Philippinen (noch) nicht gibt.