Auswandern & Leben auf den Philippinen

Von Boracay, Philippinen nach Phuket, Thailand

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Hallo Gerd,

zunächst möchte ich mich bei dir bedanken - für deine Philippinen-Seite. Das mit Abstand Beste, Informativste und Glaubhafteste, was mir im Internet zu dem Land und den Inseln begegnet ist. Sowohl in der Vorbereitung als auch während meines acht-monatigen Philippinen- Aufenthalts war diese Seite mein ständiger Anlaufpunkt. Hut ab vor so einer geballten Ladung Information, zudem noch mit Freude lesbar, weil lebendig gestaltet.

Mittlerweile bin ich im "Land des Lächelns" gelandet - und (k)lebe hier seit nunmehr 4 Wochen in Phuket (fest), zunächst im Hotel in Patong, nun in einer gemieteten Villa mit Swimmingpool in Rawai. Wichtig ist der Swimmingpool, denn nur so lässt sich zu Hause sagen: "Ich war in Thailand, und jeden Tag im Wasser..."

Phuket war in meinen Phantasien so ein Traum in Asien. Ein Beweis, dass Phantasien sich jenseits der Wirklichkeit abspielen. Anfangs war es ja noch schön: das Gefühl von Zivilisation ringsum, wieder Autofahren statt "ClubCar" (Boracay), keine verrosteten Wellblechhütten an de Straße, in denen die Menschen "leben" (Davao), befestigte Straßen und nicht Feldwege, die ein deutscher Bauer nicht mit seinem Traktor befahren würde (Palawan), keine Dunstglocke vom Abgas aus gefühlt 10 Millionen Tricycles (Kalibo).

ABER . .

Der Patong Beach ähnelt halt mehr dem Ufer des Brombachsees als einem asiatischen Traumstrand: zehn Meter Sand zwischen Straße und Meer, zugestellt mit Bierzelttischen und Bänken, entlang der Straße bietet alle 50 Meter ein Mensch mit Kopftuch irgendwelches undefinierbares, an einem Spieß zur Unkenntlichkeit gebräuntes Fleisch an - wie zu Hause in Nürnberg eben.

Blick auf den Patong Beach, Phuket
Blick auf den Patong Beach, Insel Phuket Thailand

Der Rawai Beach ist was für die Harten: die Wasserqualität ähnelt der in Davao - auf der Seite des Frachthafens; und der Strand ist übersät mit Hundekot, Müll und Glasscherben, und da die dort ansässigen Menschen mehr damit beschäftigt sind, "Boat-Tours" zu verkaufen, als den Strand zu reinigen, wird das auch noch ein bischen so bleiben...

Der Nai-Harn Beach ist dagegen wirklich schön, an einen längeren Aufenthalt im Wasser war bei meinem ersten Besuch dort aber nicht zu denken, weil sich das Meer ziemlich "Quall-voll" präsentierte. So kann ich als ersten Eindruck thailändischer Strände nur sagen: OMG - bloß zurück an den Tambisaan...

Vor dem Klima wurde ich bereits gewarnt, und ich habe in den Philippinen ein paar Leute getroffen, die Thailand wegen des Wetters wieder verlassen haben. Nach 20:00 und vor 6:00 Uhr ist es draußen auszuhalten, aber sobald die Sonne am Himmel steht: zurück in die vier Wände und Air-Con an. Dies ist natürlich genau das, was ich mir unter einem Leben in SO-Asien immer vorgestellt habe (BRÜLL!)

Über die Natur kann ich wenig sagen; Natur existiert hier in den Vorgärten der Villas; seit vier Tagen versuche ich, irgendwo frische(!) Kokosnüsse aufzutreiben, nicht die hier allerorts erhältlichen geschälten Exemplare, die bekanntlich dann in eine Sulfit- Lösung getaucht werden, damit sie appetitlich weiß bleiben und nicht schimmeln.

Die Auswahl an Früchten sowie deren Qualität überwiegt der in den Philippinen, doch der schale Nachgeschmack bleibt, wieviel von dem was man hier kauft, denn tatsächlich sauber (ohne Chemie und Pestizide) ist?

Vor zwei Tagen haben wir den großen Buddha auf dem "Nakkerd Hill" besucht. Ein gigantisches Zeugnis thailändischer Kultur und Religion. Überhaupt komme ich mit der Kultur und der Philosophie der Menschen hierzulande etwas besser klar als mit den doch manchmal dumpf- trägen Pinoys. (Standarddialog: "From where you come, Sir?" -- "Germany!" -- "OOUUH - You Know Dirk Nowitzky?")

Allerdings dachte ich immer, fehlende Thai- Sprachkenntnisse würden ein gewisses Hinderniss darstellen. Dem ist aber nicht so, denn Thai spricht hier nur ein verschwindend geringer Teil der Menschen. Sollte jemand einen längeren Aufenthalt hier planen, würde ich ihm zu einem Russisch- Sprachkurs raten, er könnte sich dann mit ca. 80% der Bevölkerung problemlos verständigen.

Es ließe sich noch einiges ausführen, aber: als Grünschnabel im Land ist das alles eine Ansammlung meiner zunächst negativen Eindrücke, längere Erfahrung wird so manches noch umdrehen, war in den Phillis ja nicht anders. Jetzt hab ich aber erstmal meinen Rückflug nach D gebucht und werde dann einiges dort erledigen und aus der Ferne auf dieses Land schauen --- das wird mir glaub ich helfen.